Die Schicksalsgöttin Fortuna holt, gegen den Einwand der Vernunft, den Esel Fauvel aus seinem Stall und setzt ihn auf den höchsten Thron der Macht. Hohe und niedere weltliche und geistliche Würdenträger und Staatsdiener sowie zahlreiche andere Bewunderer Derer „da oben“ kommen, huldigen und schmeicheln Fauvel hingebungsvoll. Mit Besorgnis hört Fauvel von Fortunas unsteten Launen und beginnt, seine wirkliche Unfähigkeit zu fürchten. Froh, nicht leer ausgegangen zu sein, beschließt Fauvel, Vain Gloire zu heiraten und ein großes Hochzeitsfest mit Turnier zu veranstalten. Alle Welt wird eingeladen – besonders Fauvels Vasallen, die Laster (Dummheiten). In der Hochzeitsnacht kommen die Charivaris*, rufen den Herlequin herbei und bewerfen Fauvel und Vaine Gloire mit Dreck, machen furchtbare Musik und singen ihnen böse und verächtliche Lieder. Am nächsten Tag findet das Turnier trotz der nächtlichen Mahner statt. Fauvel, noch einmal davongekommen, zeugt mit Vaine Gloire viel Nachkommen. Der Erzähler geht einen Trinken. *Charivari, frz. Lärm, Krawall, „Katzenmusik“. Im MA üblich: Vermummte und Maskierte spielten lärmend bizarre Melodien, auch in Verbindung mit Formen der Volksjustiz |
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